Beschreibung:
In Deutschland leiden nach Schätzungen von Experten bis zu 35 Mio. Menschen an Bluthochdruck. Viele von ihnen wissen nichts von ihrer Erkrankung oder werden nur unzureichend behandelt.

Ein nicht oder nur unzureichend behandelter Bluthochdruck birgt aber hohe Risiken, denn er kann zu einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt, zu Nierenversagen oder sogar zum Verlust der Sehfähigkeit führen.

Häufig entwickelt sich mit zunehmendem Alter ein zu hoher Blutdruck. Unter den über 60-Jährigen besitzt jeder Zweite einen zu hohen Blutdruck und bei den über 80-Jährigen sind es sogar 80-90%.

Man unterscheidet beim Bluthochdruck zwei Gruppen: Bluthochdruck als essentielle Hypertonie (eigenständige Erkrankung) oder als sekundäre Hypertonie (als Folge anderer Erkrankungen). Die meisten Patienten leiden an essentieller Hypertonie (ca. 95%), und nur etwa 5% entwickeln Bluthochdruck als Folgeerkrankung.

Symptome:
Signale für zu hohen Blutdruck können eine rote Gesichtsfarbe, Klopfen in den Schläfen, leichte Kopfschmerzen oder Luftnot bei Belastung sein.

Bluthochdruck kann bei den Betroffenen schwerwiegende Folgen hinterlassen. Es kann zu Gefäßschäden an kleinen und großen Arterien kommen oder aber zum Schlaganfall. Dieser kann ausgelöst werden durch eine Degeneration kleiner Gehirngefäße infolge einer Verengung der Halsschlagader (Carotis) oder durch Blutgerinnsel, die infolge von Vorhofflimmern entstehen und in den Gehirnkreislauf geraten können.

Am Herzen kann ein Bluthochdruck ebenfalls Schäden verursachen, z. B. Herzrhythmusstörungen (speziell Vorhofflimmern), koronare Herzkrankheit, diastolische Herzschwäche, systolische Herzschwäche oder hypertensive Herzerkrankung.

Die Nieren können durch zu hohen Blutdruck von einer chronischen Verschlechterung der Nierenfunktion betroffen sein, die wiederum den Blutdruck steigen lässt.

Am Auge kann eine hypertensive Retinopathie die Sehfähigkeit durch Gefäßeinschlüsse und Veränderung der Netzhaut beeinträchtigen.

Ursachen:
Ursachen des Bluthochdrucks können unbeeinflussbare Faktoren wie eine erbliche Belastung oder das Lebensalter sein. Aber auch beeinflussbare Faktoren können wichtige Ursachen sein, wie z. B. Übergewicht, zu viel Kochsalz, hoher Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, zu wenig Obst und Gemüse, zu viel Stress, der Zigarettenkonsum oder bestimmte Medikamente (z. B. Pille, Cortison, Schmerz-oder Rheumamittel).

Bluthochdruck kann auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Er tritt insbesondere bei Patienten mit Schlafapnoe, Nierenerkrankungen, Durchblutungsstörungen der Niere, Anomalien der Gefäße oder erhöhter Hormonproduktion auf.

Diagnostik:
Eine Blutdruckmessung kann Auskunft darüber geben, ob der Blutdruck zu hoch ist. Der optimale Blutdruck liegt bei etwa 120/80 mmHg.

Während der Messung sollte man fünf Minuten entspannt sitzen und vorher keinen Kaffee, keinen Alkohol und keine Medikamente zu sich genommen haben. Die Manschette des Messgerätes sollte in Herzhöhe angebracht sein. Es wird zweimal im Abstand von einer Minute gemessen. Der zweite Wert ist für die Diagnose von größerer Bedeutung als der erste Wert.

Eine einfache Blutdruckmessung allein reicht jedoch nicht aus, um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren. In unserer Praxis wird deshalb eine mehrfache Blutdruckmessung, eine 24-Stunden Blutdruckmessung oder eine Blutdruckmessung unter Belastung mit Ihnen durchgeführt. Zusätzlich werden alle weiteren Risikofaktoren und Begleiterkrankungen detailliert erfasst, um ein umfassendes Gesamtbild Ihres Zustandes zu erhalten.

Therapie:
Der Blutdruck sollte durch eine Verbesserung des Lebensstils, mit Hilfe von Medikamenten und durch neue Behandlungsverfahren gesenkt werden.

Der Lebensstil lässt sich insbesondere dadurch verbessern, dass der Patient versucht sein Übergewicht und seinen Stress abzubauen, sich gesund ernährt, regelmäßige Ausdaueraktivitäten durchführt sowie wenig Alkohol, wenig Salz und möglichst keine Zigaretten konsumiert.

Eine Senkung des Blutdrucks mit Hilfe von Medikamenten führt zu einer Verlängerung des Lebens, verbessert die bestehende Lebensqualität und schützt den Patienten vor Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen. Eingesetzt werden dazu entweder ACE-Hemmer, Sartane, Diuretika, Calciumantagonisten oder Betablocker.

Auch bei einer guten medikamentösen Einstellung des Bluthochdrucks sind regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich (z. B. halbjährlich).